Die vorurteilsbewusste Pädagogik

Der Ansatz der vorurteilsbewussten Pädagogik orientiert sich an einem Wertefundament, das sich auch in den Menschenrechten und den UN-Konventionen wiederfindet. Als Konzept zur Überprüfung und Qualitätsentwicklung pädagogischer Praxis dient der Ansatz einer wertebezogenen Organisationsentwicklung, die auf Inklusion zielt. 

 

Der Fokus liegt dabei auf der Stärkung jedes einzelnen Kindes sowie des sozialen Miteinanders in der Kindergruppe. Die Kinder sollen dabei unterstützt werden ein positives Selbstbild zu entwickeln. Dieses stärkt das Kind auch in seiner Resilienz, also in seiner psychischen Widerstandsfähigkeit, der Fähigkeit, Krisen unter Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu bewältigen. Zentrales Element stellt die Aufdeckung und Veränderung individueller, institutioneller und gesellschaftlich-struktureller Einseitigkeiten dar, um Kindern und Familien einen Lernort zu bieten, der sie in ihrer Verschiedenheit wertschätzt und Ausgrenzung auf Grund von Identitätsmerkmalen nicht erlaubt.

 

Der Ansatz der vorurteilsbewussten Pädagogik bezieht dabei alle Vielfaltsaspekte ein, die im Leben von Kindern bedeutsam sind. Denn neben spezifischen Persönlichkeitsmerkmalen des Kindes (wie Geschlecht, Alter, Entwicklungstand, körperliche Merkmale, individuelle Charakterzüge etc.) spielen auch familiäre Lebensverhältnisse (wie Familienform, familienbiografische Erfahrungen, sozio-ökonomischer Status, kulturelle Wurzeln, Muttersprache etc.) und die Zugehörigkeit zu weiteren sozialen Gruppen (wie religiöse Glaubensgemeinschaften, Freundschaften, Vereine etc.) eine bedeutsame Rolle für die Entwicklung des kindlichen Weltbildes und der eigenen Identität.

 

Dabei geht es in der vorurteilsbewussten Pädagogik nicht um die Gleichbehandlung, sondern die Berücksichtigung unterschiedlicher Ausgangsbedingungen, um Chancengleichheit möglich zu machen. Dazu müssen Barrieren nicht nur in der Ausstattung, sondern auch in den Abläufen, der Kommunikationskultur beseitigt und stigmatisierende Unterscheidungen erkannt und abgebaut werden.

 

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